Frühling

Frühlingserwachen oder Freier Wille

Früh ist es, noch dunkel, aber die Vögel zwitschern schon um die Wette.
Es wird Frühling.
Die Schneeglöckchen sind schon wieder weg, aber die Krokusse blühen noch, wenn die Sonne scheint. Der wilde Knoblauch ist an einer Stelle im Garten schon wieder in voller Pracht, wir essen jeden Tag davon, an den anderen Stellen ist er im Kommen.
Zaghaft kommt die eine oder die andere Pflanze mit einer Spitze aus dem Boden. Wir müssen langsam anfangen die Saat vorzubereiten.
Das ist das Wunder, jedes Jahr aufs Neue, es sprießt und schießt, alles zu seiner Zeit, nicht zu früh und nicht zu spät.
Die Forsythien knospen. Drei vier warme Tage, sind sie da. Es beginnt wieder die Pracht, die Fülle, der Segen.
Alles blüht nacheinander, wird Früchte ansetzen und darin ist der Samen enthalten. Jede Pflanze hat eine Vielzahl und egal was es ist, egal, für wen es gedacht ist, es ist immer genug da. Ob das für die Vögel ist, für Igel, Hasen, Mäuse, es ist genug da. Jede Pflanze, ob das die Ähren der Getreidepflanzen sind, oder die Mohnkapsel, der wild bei uns wächst, irgendwoher eingeschleppt, sicher von Vögeln.
Sie alle haben genug Samen. Die Eiche genug Eicheln, auch für die Schweine, die Wilden, die Kastanie, die Vogelbeere, die Nadelbäume mit ihren Zapfen.
Eine Unmenge an Samen, so das auch genug übrig bleiben kann, für die Reproduktion. Oft von Tieren verschleppt, denn unter einer alten Eiche, kann kaum eine neue junge Eiche wachsen, vielleicht eine. Dann vielleicht als Unterholz, auch wieder für Rehe. Und es wird nie alle werden, wenn nicht wir Menschen eingreifen.
Je höher aber sich das Leben entwickelt und das wird bei den Säugetieren extrem, je weniger Nachkommen wird es geben. Bei den Elefanten knapp zwei Jahre Tragezeit, maximal ein Baby und das bleibt drei Jahre bei der Mutter, wird gesäugt, das heißt, Elefanten können nur etwa alle 5 Jahre neuen Nachwuchs bekommen. Das hat seinen Sinn, bei diesen großen Tieren.
Und wir Menschen haben noch einen Willen, manchen Menschen sagen, wir hätten einen freien Willen, da habe ich so meine Zweifel.
Aber wir können uns für oder gegen Kinder entscheiden.
Heute ist das leicht, wir können verhüten, können Kinder, Nachwuchs verhindern, warum auch immer.
Aber bei uns ist das leider anders, denn ob wir im Hunger leben müssen, im Elend, oft ist es gerade dann so, das uns der freie Wille abgeht, weil gerade dann und dort, wo das so ist, viele Kinder entstehen.
Und wenn wir uns das leisten könnten, in reichen Gesellschaften, entscheiden wir uns dagegen. Aber auch hier gilt, je ärmer, um so mehr Kinder. Das ist wenig logisch, denn der freie Willen könnte uns doch gebieten, ich bin arm, die Kinder werden arm bleiben, denn auch unsere Gesellschaft lässt die Armen, arm bleiben.
Die Chance ist theoretisch. The American of Live, ist eine Lüge. Wenige schaffen das. So ist ja das System, das Darwinsche, trotz des freien Willens.
Gerade also bei den Armen kommen die meisten Kinder, Religionen verhindern, dass die Armut aussterben kann, denn Kinder sind das Armutsrisiko nummer 1. Das verhindern weder die Christlichen und gerade die nicht, komisch, beten die doch Nächstenliebe.
Aber auch die Sozis nicht, auch die ganz Roten haben wichtige machbare Dinge nicht im Konzept. Die Reichensteuer wäre es nicht, nein, gerechte Steueren und Abgaben sind es.
Und so gibt es in Hungerzeiten viele Nachkommen bei den Tieren, denn dann Überleben wenigstens einige und auch in der Armut bei den Menschen, in Indien, in Laos, da ist die Geburtenrate hoch.
Das muss wohl den gleichen Gesetzen folgen, aber der freie Wille, der ist wohl noch nicht angekommen, denn der würde uns gebieten, nein, raus aus der Armut, das heißt, die Gründe, die Ursachen beseitigen.
Weg mit Getreidehandel an den Börsen. Nahrungsmittel sind kein Spekulationsobjekt.
Weg mit den Spekulationen was die Heizung angeht. Und so scheint sich auch die Menschheit auszurotten, denn der freie Wille bringt die Ursache für Katastrophen. Ist nicht genug Futter da, ziehen die Tiere weiter und lassen den Wald, die Wiese in Ruhe.
Wir Menschen Düngen, pressen das Letzte heraus, roden dann noch mehr Wälder und stellen irgendwann fest, jetzt ist es aus mit dem Feld. Es bringt nichts mehr. Aber das machen wir auch mit uns selber.
Wir ackern, arbeiten, schindern, bis wir ausbrennen, durch Infarkte sterben oder Unfälle bauen und entweder uns selbst mit ausrotten und andere dazu, ob das Hordorf, oder Bad Aibling ist, Tschernobyl oder Fukushima. Wobei hier erwähnt sein muss, dass es die Politik war, die die Energieerzeuger zum Jagen getragen hat. Denn die wollten an die Atomenergie, als Energieerzeugung nicht ran, zu gefährlich und wohin mit dem Abfall.
Die dummen Politiker wollten das richten, haben sie bis heute nicht, dafür zwei Katastrophen mitzuverantworten, natürlich unbestraft. Dafür werden die Lokführer und der Fahrdienstleiter der letzten beiden Unfälle, bestraft, obwohl auch sie nicht alleinverantwortlich sind, denn der Netzbetreiber ist immer im Boot, der spart an Sicherheitstechnik.
Zurück zur Natur. Die brennt sich nicht aus, die beginnt jetzt zu sprießen, im Frühling. Nach und nach werden alle Pflanzen blühen, auch die Bäume und vielleicht wird das Wetter gnädig sein und es wird eine gute Ernte geben.
Nach den Eisheiligen, den letzten Nachtfrösten, kommen auch die Tomaten, die letzten Kulturpflanzen in die Erde.
Dann wird der Sommer kommen, die Wärme, hin und wieder Regen, lebensspendendes Wasser, laue Nächte und es wird alles Grünen und wachsen.
Jetzt könnten wir auch Urlaub machen, vier Wochen mindestens, darf das jeder bei uns, mehr muss nicht sein. Aber auch dann ruhen wir nicht aus, dann braucht es Animation, Lärm, Beschallung, Aktion.
Der Hund liegt in der Sonne, er hat keine Angst vor ihr, wird es zu warm, sucht er den Schatten auf.
Wir meiden die Sonne, schmieren uns ein, schützen uns und schaden uns damit mehr, als das nutzt. Dann kommt der Herbst, oft ein schöner Herbst, mit bunten Blättern, schon kalten Nächten, aber mit der Ernte. Früchte in Hülle und Fülle, auch im Bioanbau. Unser Apfelbaum gibt genug her, die Schlehe, wenn wir schneller sind, als die Vögel und der Wein, den wir uns mit den Drosseln teilen müssen, auch die Brombeeren.
Dann wird es kalt, der Igel verkriecht sich, die Vögel sind weg, die nicht hierbleiben wollen, lange schon sind die Graugänse und die Kraniche in Schwärmen über uns hinweggeflogen mit ihrem Schreien.
Es wir ruhig im Garten, die Blätter sind, soweit sie keinen Sinn machen, auf den Rosen, auf dem Bärlauch, weg, ein Teil auf dem Kompost, der Teil der Gemeinde, die wir kostenlos auffegen, von den Strassenbäumen, die wir nicht anfassen dürfen, diese Blätter haben wir kostenpflichtig entsorgt.
Na gut, wir sind ja für den Staat da, nicht der für uns, ohne den wären wir ja nichts. Könnte aber auch andersherum sein. Stellt euch vor er beschließt was und keiner macht mit.
Tut aber so, als wenn das anders wäre. Gut die meisten akzeptieren das, was bleibt einem übrig.
Nun könnte Ruhe einkehren, Winterschlaf, alles wird langsamer.
Falsch, wir machen weiter, wir mit dem Freien Willen, höher, schneller, weiter. Eigentlich wissend, dass das, was wir in der Natur beobachten, auch unser Leben ist, unser Rhythmus. Aber nein, vier Wochen gesetzlicher Urlaub muss für uns reichen, unser Wille ist ja frei.
Und so dreht sich das Hamsterrad weiter, bis wir umfallen oder alles nicht mehr wahrnehmen können, ins Vergessen stürzen und dann die Winter haben, die wir verpasst haben in unserem Leben.
Dann wird es wieder einen Frühling geben, wo der Igel das erste Mal im Garten auftaucht, dieser stachlige Geselle, der nichts gegen seine Flöhe tun kann, er kann sich nicht kratzen. Der tappelt durch den Garten, abends, nachts, und frisst das, was uns schadet, die Schnecken. Der Hund findet ihn, kläfft ihn an, muss sich piken lassen und holt sich einen Floh.
Dann hat die Igelmutter Junge, kleine possierliche Stacheltiere, die durch den Garten streifen und uns sehr nutzen. Wissen sie, wie die Kinder machen?
Sehr, sehr vorsichtig!
Wenn es wieder kälter wird, geht er in sein Winterlager, wir passen auf, das der fett genug ist, wenn nicht bekommt er Futter dazu und wird sich in den Winterschlaf begeben, wie so vieles Leben, in unseren Breiten.
Nur wir Menschen nicht, aber das wird uns umbringen, trotz des freien Willens, wenn wir nicht endlich mit der Natur leben. Und ob das die Klimaerwärmung ist, durch Kohlendioxid oder durch die unglaubliche Nutzung von Funkwellen, denn man ist nicht mehr hipp, wenn man nicht ständig On air ist.
Die letzte Einöde muss bei uns schnellstes Internet haben, denn nur das sichert Arbeit. Mehr fällt der Politik nicht ein.
Es ist egal, was uns von dieser Welt verschwinden lässt, die Natur macht ohne uns weiter, befreit von Zweibeinern mit freiem Willen, die den nicht zum Nutzen aller einsetzen konnten, sondern nur zum Vermehren des eigenen, persönlichem Reichtums. Und das auch nur bei wenigen, teilen geht nicht, obwohl das alle Religionen vorschreiben.
Mein Enkel ist sehr im ich, der ist aber noch klein, keine drei Jahre alt, „mein Teddy“.
Letztens sagte ich: „Mein Basti“.
Er: „Mein Popa,“dann, „Meine Moma,“, dann: „Mein Papi.“
Das war schön, ist es noch nicht, das mein Haus, mein Boot, mein Auto, dafür hat es noch Zeit und wir sind ja alle da, um ihn in die richtige Richtung zu helfen. Denn meine Frau ist ja auch nicht mein Besitz, die Meine ist sie schon, sondern wir sind uns nur versprochen, gemietet, geleast.
Dennoch kann man das so benutzen, sprachlich, ohne dem Anderen den freien Willen zu nehmen, sie bleibt sie und ich bleibe, wie ich bin und gemeinsam entwickeln wir uns für eine Welt, die die Jahreszeiten kennt.
Jetzt leben wir den Frühling, dann genießen wir den Sommer, bewundern den Herbst und ruhen uns im Winter aus, um im März wieder den Garten umzugraben.

3 Gedanken zu „Frühling“

  1. Nun ist er wieder da, der Frühling, mal schöne Tage, heute regnets, Landregen, brauchen wir auch. Alles erwacht, nur wir Menschen hasten weiter, den ganzen Winter durch, weiter, immer weiter, mit oder ohne Ziel.

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